-Bekanntmachung des Landratsamtes Rosenheim vom 17.03.2017 bezüglich der Aufhebung Aufstallungspflicht und der Verpflichtung von Schutzmaßnahmen (pdf)-  

Wegen der Vermutung des Vogelgrippe-Aufkommens wurde vom Landratsamt Rosenheim ab 15.11.2016 eine Aufstallung mit sofortiger Wirkung angeordnet und erst ab 16.3.2017 aufgehoben. Die Verordnung über Schutzmaßregeln bleibt bis 20.5.2017 bestehen.

Nach Labor-Untersuchung der aufgefundenen Wasservögel wurden die Verdachtsfälle bestätigt.
Im Landkreis Rosenheim waren von 65 Proben an Wildvögeln 38 Proben positiv!

Die Virus-Gefährlichkeit wurde vom Landratsamt Rosenheim auch am 7.2.2017 bestätigt; es besteht also auch im Frühjahr 2017 noch eine große Gefahr für die Geflügelbestände; die Aufstallungspflicht blieb daher bis 16.3.2017 bestehen.
Das Veterinäramt mahnt zur Vorsicht und bittet um Einhaltung der Schutzmaßnahmen im eigenen Tierhalter-Interesse.

Erläuterung:
Es handelt sich um eine hochansteckende Form der H5N8-Virus-Krankheit. 
Auf die vom Landratsamt Rosenheim bereits erlassene Allgemeinverfügung mit dem Aufstallungsgebot hat dieses Ergebnis keine Auswirkungen; die erlassene Aufstallungsverfügung bleibt gültig. Aufstallung bedeutet, dass die Tiere in geschlossenen Ställen oder unter einem Dach gehalten werden müsse - Wildvögel dürfen nicht zu den gehaltenen Tieren vordringen können bzw. dessen Kontakte mit den Haltungstieren müssen vermieden werden.
Alle Eingänge zum gehaltenen Federvieh müssen mit Einrichtungen zur Schuhdesinfektion versehen sein. Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes dürfen nicht freigelassen werden.

Für Fragen zum Thema Geflügelpest richtete das Landratsamt Rosenheim ein Bürgertelefon ein.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramtes sind unter der Telefonnummer 08031 / 392-5555 zu erreichen: 
Montag bis Donnerstag von 8 Uhr - 12 Uhr und 14 Uhr - 16 Uhr; Freitag von 8 Uhr - 12 Uhr.

Für die Bürgerinnen und Bürger gilt weiterhin, tote Wasservögel nicht anzufassen, sondern den Fundort der Integrierten Leitstelle in Rosenheim unter der Telefonnummer 08031 / 900-900 zu melden.
Das Veterinäramt weist hier zudem darauf hin, dass nur Wasservögel eingesammelt werden;
tote Singvögel können vom Finder selbst in einem Müllbeutel oder in einer Plastiktüte verpackt über die Hausmülltonne entsorgt werden.

Wichtig ist dem Leiter des Veterinäramts Dr. Michael Helbing noch der Hinweis auf die mögliche besondere Rolle von Haustieren. Wenn Hunde und Katzen tote Wasservögel herbeibringen können sie Hausgeflügelbestände gefährden. Helbing empfiehlt daher, in dem in der Allgemeinverfügung festgelegten Drei-Kilometerbereich am Chiemsee Hunde (besser wäre übergangsweise generell) anzuleinen und die Bewegungsfreiheit von besonders eifrigen Katzen einzuschränken.

Die bisherige Aufstallungs-Verfügung hatte zwingend alle Geflügelhalter in einem Bereich von 3 Kilometern entlang des Chiemsee-Ufers betroffen.
Aus Sicherheitsgründen wurde die Aufstallungspflicht Landesweit ausgeweitet; die nun beschlossene Aufhebung ergab sich auf den Rückgang der Verdachtsfälle.

Ganz wichtig sind auch die Biosicherheits-Maßnahmen; darunter fallen alle Vorsichtsmaßnahmen, die einerseits den Eintrag gefährlicher aus der Umwelt erschweren und andererseits eine Weiterverbreitung aus bereits infizierten Betrieben unterbinden sollen. Entscheidend ist, dass nicht nur der direkte Kontakt mit Wildvögeln unterbunden ist, sondern auch die indirekten Eintragungswege wie verunreinigtes Futter, Wasser oder Einstreu auszuschließen sind.
Es wird daher dringend geraten, vor dem Betreten des Geflügelstalls die Kleidung und Schuhe zu wechseln sowie geeignete Reinigungs-und Desinfektionsmaßnahmen vorzunehmen. 
Die Geflügelhalter dürfen sich gern bei Fragen an das Veterinäramt Rosenheim wenden. 

Geflügelhalter-Meldung:
Alle Geflügelhalter im Landkreis Rosenheim, die Ihrer Pflicht zur Meldung des gehaltenen Geflügels bisher noch nicht nachgekommen sind, haben die Haltung von Geflügel unverzüglich beim Landratsamt Rosenheim, Abteilung Veterinäramt (Tel. 08031-392-6002) anzuzeigen.

Für Menschen besteht keine Gefahr; Geflügel und Eier können ohne Einschränkung gekauft und verzehrt werden. Die Lebensmittel sollten (wie sonst auch) stets gut erhitzt und durchgegart werden.

Wir bitten um Beachtung und ggf. weiterer Veranlassung!

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